Fahrer Geschichten

Schnee, Schnee und noch mal Schnee

23-08-2011 | Mirosław Kręzel

Freitag, 5. März 2010, meine letzte Ladung für diese Woche. Bei Dyrup in Kopenhagen musste ich laden und zusammen mit einem anderen Fahrer fuhr ich wieder in Richtung Oldenzaal.

Wir folgten der E 20 und um 15:06 Uhr fuhren wir an Knudshoved vorbei. Hier lag ein bisschen Schnee auf den Hügeln. Zu diesem Zeitpunkt war es noch trocken, aber es wurde immer dunkler in der Luft. In Gedanken war ich schon auf dem Rückweg nach Polen; wenn dass nur gut geht. Aber ich blieb optimistisch. Eine Stunde später fing es an zu schneien. Innerhalb von 10 Minuten war die ganze Straße komplett weiß. Nach einer halben Stunde war alles in der ganzen Umgebung weiß. Vor mir fuhren die Menschen höchstens 70 km/h und die Scheibenwischer konnten den Schnee nicht mehr beseitigen. Irgendwann fuhr ich nur noch ungefähr 40 km/h und auf dem rechten Fahrstreifen waren bereits viele Autos liegen geblieben. Sie hatten Angst weiter zu fahren. Auf der rechten Fahrbahn lag Eis, dadurch war es fast unmöglich auf dieser Fahrbahn zu fahren. Genau wie einige andere Trucks, bin ich dann auch auf der linken Fahrbahn gefahren. Ich fuhr immer langsamer … schließlich nur noch 15 km/h, bis ein Auto vor mir stoppte. Jetzt war Schluss mit fahren. Unter dem Schnee lag so viel Eis, dass ich nicht mehr weiter konnte. Es war 17:30 Uhr und noch vor zwei Stunden war es noch komplett trocken. Ich stieg aus dem Truck aus und der Schnee fiel in meine Schuhe … brrr, war das kalt! Glücklicherweise war meine Fahrt noch nicht ganz zu Ende, so wie bei einem Truck auf der anderen Seite der Straße. Ich sah, wie er noch versuchte etwas zu unternehmen, leider ohne Erfolg… Es wurde immer dunkeler. Ich sah auf meine Armbanduhr und mittlerweile war es schon 21:30 Uhr. Wir standen entlang des Straßenrandes und warteten auf Hilfe oder besseres Wetter, aber das würde wahrscheinlich nichts mehr werden. Viele versuchten Schneeketten anzulegen, aber wir standen auf einem Hügel. Es schneite und schneite und schneite - immer weiter…. Hinter mir stand eine ganze Reihe Autos. Die Menschen machten BBQ mitten auf der Straße. Es war bereits nach 22:00 Uhr und wir gingen davon aus, dass wir noch viel länger an dieser Stelle bleiben würden. Auf einmal kam Hilfe. Dies war unsere Chance! Der Fahrer des Hilfsdienstes war sehr freundlich und hat uns geholfen. Schließlich konnte ich weiter fahren. Erst in Hamburg konnte ich einen freien Parkplatz finden. Ich war froh, dass ich sicher stehen konnte. Nach meiner Ruhe fuhr ich direkt weiter Richtung Oldenzaal. Ich habe den Trailer abgekoppelt. Nur noch tanken, das Auto waschen, duschen und dann Richtung nach Hause! Leider rutschte ich unter der Dusche auf einem Parfumfläschchen aus. Mit der Folge, dass ich einen ordentlichen Riss in meiner Hand hatte.

Mirosław Kręzel

« Zurück